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Bildmotiv: Goldfisch

Goldfisch

Der Goldfisch ist das wohl älteste Ziertier der Welt — schon vor über tausend Jahren züchteten ihn Menschen in China aus der Silberkarausche. Er gilt als anspruchslos, und genau das ist sein Verhängnis: Kaum ein Tier wird so oft falsch gehalten. Das Goldfischglas, in dem er auf Jahrmärkten verschenkt wird, ist Tierquälerei. Richtig gehalten ist der Goldfisch ein geselliger, neugieriger Schwimmer, der zwanzig Jahre und älter werden kann — im großen Aquarium oder, am schönsten, im Gartenteich.

Foto: James St. John via Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Stammdaten

  • Wissenschaftlicher Name Carassius auratus
  • Familie Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Größe 15-30 cm, im Teich auch größer
  • Gewicht 100-300 g, je nach Größe und Form
  • Lebenserwartung 10-20 Jahre, bei guter Haltung länger
  • Sozialverhalten geselliger Schwarmfisch, nie einzeln
  • Ernährung Allesfresser (Pflanzen, Kleintiere)
  • Herkunft Zuchtform der ostasiatischen Silberkarausche
  • Wassertemperatur Kaltwasser, 4-24 Grad (winterhart im Teich)
  • Geschlechtsreife mit 1-2 Jahren

Im Leben mit Goldfisch

Jungfisch & erste Zeit

Goldfische laichen im Frühjahr, wenn das Wasser wärmer wird — ein Weibchen legt hunderte bis tausende klebrige Eier an Wasserpflanzen ab. Die winzigen Jungfische schlüpfen nach wenigen Tagen und sind zunächst unscheinbar dunkel; die goldene Farbe entwickelt sich erst über Wochen und Monate.

Wer Jungfische aufzieht, braucht viel Platz und Geduld: Aus einer Handvoll Fische werden schnell zu viele für jedes Becken. Deshalb ist Nachzucht nur sinnvoll, wenn die Abnahme der Tiere gesichert ist. Für den Anfang gilt: lieber wenige, gesunde Fische aus guter Haltung kaufen als eine Massenvermehrung im eigenen Teich in Kauf nehmen.

Haltung & Lebensraum

Der wichtigste Satz zuerst: Das Goldfischglas ist verboten schlecht. In der Kugel bekommt der Fisch zu wenig Sauerstoff, kann sich nicht bewegen und leidet unter der verzerrten Sicht — Fische im Glas sterben früh und krank. Ein Goldfisch gehört in ein großzügiges Kaltwasser- Aquarium oder, noch besser, in einen Gartenteich.

Als grobe Orientierung braucht schon eine kleine Gruppe mehrere hundert Liter Wasser, dazu einen leistungsfähigen Filter, Bepflanzung und regelmäßige Teilwasserwechsel. Im Teich muss eine ausreichende Tiefe (etwa 80-100 cm) das Durchfrieren im Winter verhindern. Goldfische sind Kaltwasserfische und brauchen keine Heizung, aber sauberes, sauerstoffreiches Wasser.

Ernährung

Goldfische sind Allesfresser: In der Natur fressen sie Pflanzen, Algen, Insektenlarven und kleine Wirbellose. Im Aquarium und Teich bekommen sie hochwertiges Kaltwasser-Fischfutter (Flocken oder Granulat), ergänzt durch pflanzliche Kost wie überbrühten Spinat, Erbsen oder Wasserpflanzen und ab und zu Lebend- oder Frostfutter.

Der häufigste Fehler ist Überfütterung. Gib nur so viel, wie die Fische in wenigen Minuten fressen — Reste belasten das Wasser und lassen die Werte kippen. Ein bis zwei kleine Portionen am Tag genügen. Im kalten Teichwinter stellen Goldfische das Fressen nahezu ein und dürfen dann nicht gefüttert werden.

Gesundheit & Wasserpflege

Fischgesundheit ist zu neunzig Prozent Wasserqualität. Die meisten Krankheiten entstehen durch schlechte Werte, Überbesatz oder Überfütterung. Beobachte deine Fische täglich: Ein gesunder Goldfisch schwimmt aktiv, hat klare Augen, glatte Schuppen und aufgerichtete Flossen.

Warnzeichen sind Schnappen nach Luft an der Oberfläche (Sauerstoffmangel), zusammengeklappte Flossen, weiße Punkte (Ichthyo), Watteflocken (Pilz) oder scheuerndes Verhalten. Regelmäßige Wassertests auf Ammonium, Nitrit und Nitrat, Teilwasserwechsel und ein sauberer Filter sind die beste Vorsorge. Bei anhaltenden Problemen hilft ein fischkundiger Tierarzt.

Aktivitäten mit Kindern

Ein Goldfischbecken oder ein Teich ist ein wunderbares Fenster in eine andere Welt — Kinder können stundenlang beobachten, wie die Fische gründeln, an Pflanzen zupfen und einander folgen. Goldfische lernen sogar, ihre Fütterer zu erkennen und kommen an die Scheibe, wenn jemand naht.

Kinder dürfen bei der Pflege mithelfen: Futter abmessen (ganz wenig!), beim Wasserwechsel assistieren, die Wasserwerte gemeinsam ablesen. Was sie lernen sollten: Fische fasst man nicht an, man klopft nicht an die Scheibe und man setzt keine Fische aus dem Teich in Gewässer aus. So wird der Goldfisch zum ersten Tier, an dem Kinder Verantwortung und Rücksicht üben.

goldfischfischaquariumkinder

Mit anderen Tieren

Goldfische sind gesellige Schwarmfische und wollen nie allein leben — eine kleine Gruppe von Artgenossen ist Pflicht. Untereinander sind sie friedlich. Vergesellschaften lassen sie sich am besten mit anderen Kaltwasserfischen ähnlicher Größe; tropische Zierfische passen nicht, weil sie warmes Wasser brauchen.

Kleine Fische oder Garnelen betrachtet ein großer Goldfisch schnell als Futter. Im Gartenteich sind Reiher und Katzen eine Gefahr — ein Netz oder tiefe Zonen bieten Schutz. Setze niemals Goldfische in Naturteiche oder Bäche aus: Sie sind eine Zuchtform, vermehren sich stark und schaden heimischen Arten.

Quellen (3)