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Bildmotiv: Hauskatze

Katze

Mit über 15 Millionen Tieren in deutschen Haushalten ist die Hauskatze das beliebteste Haustier des Landes — vor dem Hund. Sie kam vor rund 10.000 Jahren aus dem Nahen Osten zum Menschen, vermutlich auf der Jagd nach Mäusen in den ersten Getreidespeichern. Geblieben ist von der Wildkatze viel: das geschmeidige Schleichen, das blitzschnelle Reaktionsvermögen, das Nachtsehen, und ein Eigensinn, den keiner domestizieren wollte. Wer mit einer Katze lebt, lernt: sie kommt zu dir — nicht andersrum.

Foto: Derivative work: howcheng {chat} via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Stammdaten

  • Wissenschaftlicher Name Felis silvestris catus
  • Familie Katzen (Felidae), Säugetiere
  • Größe (Schulterhöhe) ca. 23-25 cm
  • Körperlänge ca. 50 cm, plus 25-30 cm Schwanz
  • Gewicht Katze 3-4 kg, Kater 4-5 kg
  • Lebenserwartung Wohnungskatze 12-18 Jahre, Freigänger oft kürzer
  • Schlafbedarf 12-16 Stunden pro Tag
  • Ernährung strenger Fleischfresser
  • Tragzeit ca. 63-67 Tage
  • Wurfgröße meist 3-6 Kitten
  • Geschlechtsreife ab 6-9 Monaten
  • Domestizierung vor ca. 10.000 Jahren, aus der Falbkatze
  • Verbreitung in Deutschland ca. 15,2 Millionen

Im Leben mit Katze

Kitten & erste Wochen

Frischgeborene Kitten sind blind, taub und vollständig auf die Mutter angewiesen. Nach gut zehn Tagen öffnen sich die Augen, nach vier Wochen knabbern sie an fester Nahrung, nach acht bis zwölf Wochen sind sie bereit, in ein neues Zuhause zu ziehen — seriöse Züchter und Tierheime trennen frühestens nach zwölf Wochen. Was die kleine Katze in dieser Zeit von Mutter und Geschwistern lernt, lässt sich nicht nachholen: Beißhemmung, Körpersprache, Spielregeln im Umgang mit Artgenossen.

Ein Kitten allein zu halten ist möglich, aber meistens nicht ideal. Zwei Geschwister-Kitten zusammen wachsen sicherer auf, spielen sich gegenseitig müde und langweilen sich nicht, wenn ihr Mensch arbeitet. Im neuen Zuhause helfen Ruhe, klare Rückzugsmöglichkeiten, frühe Tierarzttermine für Impfung und Entwurmung — und vor allem Geduld.

Wohnung oder Freigang

Es gibt keinen Patentweg. Eine Katze auf dem Land mit ruhiger Wohnlage lebt mit Freigang oft ein erfüllteres Leben — sie kann ihrem Erkundungstrieb folgen, jagen, klettern, andere Katzen treffen. An einer vielbefahrenen Straße oder im 5. Stock ohne sicheren Balkon kann genau das tödlich enden.

Wohnungshaltung ist artgerecht möglich — sofern die Wohnung katzengerecht eingerichtet ist: Kratzbaum, Klettermöglichkeiten, Verstecke, sichere Fenster (Kippfenster sind eine bekannte Falle), und vor allem genug Beschäftigung. Wer berufstätig ist, sollte für eine reine Wohnungskatze eine zweite Katze in Betracht ziehen — Katzen, die "von Natur aus Einzelgänger" sind, ist ein Mythos: in Bauernhof-Populationen leben sie sozial zusammen. Eine wichtige Regel für Freigänger: vor der Geschlechtsreife kastrieren lassen. Das schützt die eigene Katze, die Nachbarschafts-Katzen und beugt der ungewollten Vermehrung verwilderter Tiere vor.

Ernährung

Anders als Hunde sind Katzen strenge Fleischfresser — ihr Stoffwechsel ist auf tierische Proteine ausgelegt, sie können pflanzliche Nahrung nur sehr begrenzt verwerten. Hochwertiges Nass- oder Trockenfutter aus dem Fachhandel deckt den Bedarf gut ab; Frischfütterung mit rohem Fleisch ist möglich, braucht aber Wissen um Mineralstoffe und Vitamine.

Wasser muss immer frisch zur Verfügung stehen, am besten in mehreren Schalen abseits vom Futternapf — Katzen trinken oft ungern direkt neben dem Essen. Was nicht in den Napf gehört: Kuhmilch (führt bei vielen Katzen zu Durchfall), gewürzte Essensreste, rohes Schweinefleisch (Aujeszky-Risiko), Schokolade, Zwiebeln. Die Mengen hängen von Alter, Aktivität und Statur ab — bei Fragen lohnt das Gespräch mit dem Tierarzt.

Gesundheit & Tierarzt

Ein jährlicher Check ist die Faustregel — bei Freigängern und Senioren eher häufiger. Dazu kommen die Impfungen nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet), regelmäßige Entwurmung (besonders bei Freigängern) und die Parasitenkontrolle gegen Zecken und Flöhe.

Katzen sind Meister im Verstecken von Schmerz und Krankheit — ein evolutionäres Erbe aus der Zeit, als ein schwaches Tier in freier Wildbahn Beute war. Achte auf Veränderungen: weniger Fressen, mehr Trinken, anderes Toilettenverhalten, neue Lieblingsplätze fernab der Familie. Solche Signale sind oft die ersten Hinweise. Häufige Erkrankungen sind Probleme der Niere, Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes und Zahnprobleme.

Verhalten & Spiel

Katzen erzieht man nicht — man arrangiert sich mit ihnen. Was sie brauchen, ist Routine, Respekt und Beschäftigung. Spielen ist für sie nicht nur Spaß, sondern ausgelagerte Jagd: anpirschen, hetzen, packen, töten. Eine erwachsene Katze braucht täglich mehrere kurze Spieleinheiten — federgekrönte Angeln, kleine Bälle, Schnüre — kein Stoffmaus auf den Boden geworfen und gut.

Auch das Putzen, das Schnurren, das Köpfchengeben sind Teile einer reichen Kommunikation, die du mit der Zeit lesen lernst. Der hochgestellte Schwanz mit leichter Spitzenkrümmung sagt: Hallo, ich mag dich. Das langsame Blinzeln: ich vertraue dir. Das eingeklemmte Hinterteil mit zuckendem Schwanz: lass mich jetzt in Ruhe. Wer aufmerksam zuhört, versteht.

Senior-Katze

Ab etwa sieben Jahren beginnt der zweite Lebensabschnitt — viele Tierärzte empfehlen ab dem zehnten Jahr einen jährlichen Senior-Check mit Blutbild und Urinprobe. So lassen sich Nierenprobleme, Diabetes und Schilddrüsenüberfunktion früh erkennen, die zu den häufigsten Erkrankungen alter Katzen zählen.

Im Alltag zeigt sich das Alter zuerst leise: längere Schlafzeiten, mehr Schmusen, weniger Lust auf wilde Sprünge. Manche Senioren werden anhänglicher, andere ziehen sich mehr zurück. Wichtig sind dann gut erreichbare Lieblingsplätze (Treppchen ans Sofa, flache Katzenklos), warme Schlafplätze, und gegebenenfalls eine angepasste Fütterung. Lautes nächtliches Schreien, plötzliche Unsauberkeit oder Desorientierung können auf eine kognitive Störung hindeuten — auch das gibt es bei Katzen, und auch das gehört in Tierarzthand.

Aktivitäten mit Kindern

Katzen und Kinder funktionieren gut, wenn beide Seiten Grenzen kennen. Eine Katze ist kein Kuscheltier, das sich beliebig heben, drücken oder verkleiden lässt. Kinder lernen am besten früh, dass die Katze entscheidet, wann gekuschelt wird und wann nicht — und dass eine zurückgezogene Katze in Ruhe gelassen werden muss.

Gemeinsame Aktivitäten sind eher leise als wild: gemeinsam mit der Federangel spielen, Leckerlis verstecken und suchen lassen, einfache Tricks üben (ja, auch das geht — mit Geduld), die Katze beim Putzen beobachten, mit ihr im selben Raum lesen. Für viele Kinder ist die eigene Katze der erste Mit-Bewohner, der ihnen beibringt, dass Liebe nicht eingefordert werden kann, sondern wachsen muss.

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Mit anderen Tieren

Zwei Katzen unter einem Dach sind oft die beste Lösung — vor allem bei reiner Wohnungshaltung, vor allem wenn beide jung zusammenkommen. Geschwister aus einem Wurf sind ideal. Spätere Vergesellschaftung erwachsener Katzen funktioniert auch, braucht aber Geduld und einen behutsamen Ablauf.

Hund und Katze gemeinsam: möglich, klappt am besten, wenn beide jung sind oder zumindest schon Erfahrung mit der anderen Art mitbringen — und wenn die Katze immer einen Rückzugsort hat, den der Hund nicht erreicht. Kaninchen, Hamster, Mäuse, Vögel und Fische dagegen bleiben für Katzen ein Beuteinstinkt-Reiz. Sie sicher zu trennen ist nicht "übervorsichtig", sondern schlicht notwendig — selbst die liebste Katze ist immer noch eine Katze.

Quellen (6)