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Bildmotiv: Nymphensittich

Nymphensittich

Der Nymphensittich stammt aus dem Landesinneren Australiens, wo er in großen Schwärmen durch die Steppe zieht. Mit seiner aufstellbaren Federhaube und den orangefarbenen Wangenflecken gehört er zu den beliebtesten Stubenvögeln — freundlich, verspielt und mit etwas Geduld sogar zutraulich. Doch eines ist er ganz sicher nicht: ein Einzelgänger. Ein Nymphensittich allein im Käfig verkümmert. Er braucht mindestens einen Artgenossen, viel Platz und täglichen Freiflug. Wer ihm das gibt, bekommt einen fröhlichen Begleiter für 15 bis 20 Jahre.

Foto: Jim Bendon via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Stammdaten

  • Wissenschaftlicher Name Nymphicus hollandicus
  • Familie Kakadus (Cacatuidae), Vögel
  • Größe 30-33 cm inklusive Schwanz
  • Gewicht 80-110 g
  • Lebenserwartung 15-20 Jahre, teils älter
  • Sozialverhalten Schwarmvogel, mindestens paarweise halten
  • Ernährung Körnerfresser mit Frischkost
  • Herkunft Trockengebiete im Inneren Australiens
  • Geschlechtsreife mit etwa 9-12 Monaten
  • Besonderheit aufstellbare Federhaube zeigt die Stimmung

Im Leben mit Nymphensittich

Jungvogel & erste Zeit

Junge Nymphensittiche verlassen mit rund fünf Wochen die Bruthöhle und werden noch eine Weile von den Eltern gefüttert, bis sie selbstständig fressen. In dieser Zeit lernen sie im Schwarm die wichtigen Vogelregeln: Körpersprache, Rangordnung, Flugsicherheit. Ein Jungvogel sollte deshalb nicht zu früh von seinen Geschwistern getrennt werden.

Kaufe junge Nymphensittiche immer mindestens zu zweit — ein einzeln gehaltener Vogel bleibt sein Leben lang einsam, auch wenn ein Mensch viel Zeit hat. Achte auf Tiere aus guter Zucht: klare Augen, glattes Gefieder, wache Neugier. Gib dem neuen Vogel Zeit zur Eingewöhnung, bevor du mit sanfter Handzahmwerdung beginnst.

Haltung & Freiflug

Ein Nymphensittich ist ein Flugtier — der Käfig ist nur sein Schlaf- und Rückzugsplatz, nicht sein Lebensraum. Er braucht eine große Voliere und täglichen, mehrstündigen Freiflug in einem gesicherten Zimmer. Als absolute Untergrenze für ein Paar gilt eine Voliere von etwa 100 x 50 x 100 cm, besser deutlich größer, mit Naturzweigen als Sitzstangen in unterschiedlicher Dicke.

Wichtig ist auch die Ausstattung: Klettermöglichkeiten, Beschäftigungsmaterial, ein Badegefäß und ein heller, zugfreier Standort auf Augenhöhe. Vor dem Freiflug muss das Zimmer vogelsicher sein — gekippte Fenster, heiße Herdplatten, giftige Zimmerpflanzen und offenes Wasser sind gefährlich. Nachts brauchen die Vögel Ruhe und ausreichend Schlaf.

Ernährung

Die Grundlage bildet eine gute Körnermischung für Nymphensittiche, aber Körner allein reichen nicht. Dazu gehört täglich Frischkost: Grünzeug wie Vogelmiere und Löwenzahn, Gemüse wie Möhre und Paprika, gelegentlich etwas Obst und Kolbenhirse als beliebte Belohnung. Frisches Wasser und ein Kalkstein oder Sepiaschale für den Mineralbedarf sind Pflicht.

Der häufigste Fehler ist einseitige, zu fette Fütterung — reine Sonnenblumenkerne machen dick und krank. Achte auf Abwechslung und eine passende Menge, damit die Vögel schlank und aktiv bleiben. Avocado, Schokolade, Salziges und Angeschimmeltes sind giftig und gehören niemals in die Nähe der Tiere.

Gesundheit & Tierarzt

Vögel verbergen Krankheit, solange es geht — ein aufgeplustertes, apathisches Tier, das viel schläft und wenig frisst, ist oft schon ernsthaft krank und muss rasch zum vogelkundigen Tierarzt. Ein gesunder Nymphensittich ist wach, hat glattes Gefieder, klare Augen, eine saubere Kloake und singt oder pfeift.

Achte auf Atemgeräusche, Durchfall, Federrupfen oder Gewichtsverlust. Regelmäßiges Kürzen ist meist nicht nötig, aber Krallen und Schnabel sollten kontrolliert werden. Ein vogelkundiger Tierarzt ist nicht in jeder Praxis zu finden — kläre das am besten schon vor der Anschaffung. Ausgewogene Ernährung, Bewegung und Gesellschaft sind die beste Vorsorge.

Aktivitäten mit Kindern

Nymphensittiche sind lebhaft und stimmfreudig — Kinder erleben, wie die Vögel pfeifen, ihre Haube aufstellen und im Zimmer umherfliegen. Der richtige Umgang ist ruhig und geduldig: Ein Vogel lässt sich nicht erzwingen, sondern kommt von selbst, wenn er Vertrauen fasst. Genau das können Kinder an ihm lernen.

Kinder dürfen beim Füttern helfen, Kolbenhirse anbieten, Frischkost vorbereiten und beim Freiflug aufpassen, dass Türen und Fenster zu bleiben. Was sie verstehen sollten: nicht greifen, nicht jagen, nicht anschreien — hektische Bewegungen machen Vögeln Angst. So wird der Freiflug für alle ein ruhiges, schönes Erlebnis, und der Vogel gewinnt Vertrauen.

nymphensittichvogelfreiflugkinder

Mit anderen Tieren

Der Nymphensittich ist ein ausgesprochener Schwarmvogel und darf niemals allein gehalten werden — mindestens ein Artgenosse ist Pflicht, in größeren Volieren gern eine kleine Gruppe. Untereinander sind Nymphensittiche verträglich und pflegen enge Paarbindungen. Mit Wellensittichen werden sie manchmal vergesellschaftet, doch das ist wegen der unterschiedlichen Größe und Temperamente nicht ideal; im Zweifel bleibt man bei der eigenen Art.

Katzen und Hunde sind natürliche Feinde und dürfen nie unbeaufsichtigt mit den Vögeln zusammen sein — schon ein einziger Katzenkratzer kann durch Bakterien im Speichel tödlich enden. Halte den Freiflugraum während des Ausflugs frei von anderen Haustieren.

Quellen (3)