Pferderassen von A–Z
Vom Haflinger bis zum Vollblutaraber: die wichtigsten Pferde- und Ponyrassen mit Bild und Kurz-Steckbrief. Tippe eine Karte an, um sie umzudrehen.
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American Quarter Horse
Das American Quarter Horse ist die weltweit zahlenmäßig größte Pferderasse und das klassische Westernpferd. Seinen Namen verdankt es seiner Schnelligkeit auf der Viertelmeile, auf der es alle anderen Rassen schlägt. Es ist kompakt bemuskelt, extrem wendig und besitzt den berühmten Cow Sense, ein angeborenes Gespür für die Arbeit am Rind. Sein nervenstarkes, ausgeglichenes Wesen macht es auch für Anfänger und Freizeitreiter sehr geeignet. In der Haltung ist es unkompliziert, braucht aber als arbeitsfreudiges Pferd regelmäßige Aufgaben und Bewegung.
Foto: Oleg Yunakov via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Andalusier
Der Andalusier, in der Reinzucht als Pura Raza Española (PRE) geführt, ist das klassische Barockpferd Spaniens. Er verbindet feuriges, aber kontrollierbares Temperament mit großer Gelehrigkeit und starker Menschenbezogenheit. Seine natürliche Versammlungsbereitschaft macht ihn ideal für die klassische und barocke Dressur, er ist aber auch ein treuer Freizeitpartner für feinfühlige Reiter mit etwas Erfahrung. Viele Andalusier sind Schimmel mit üppiger, gewellter Mähne, die regelmäßige Pflege braucht. In der Haltung ist die Rasse eher unkompliziert und genügsam.
Foto: BS Thurner Hof via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0D
Deutsches Reitpony
Das Deutsche Reitpony wirkt wie ein Warmblut im Kleinformat: elegant, gut bemuskelt und mit schwungvollen Gängen ausgestattet. Es wurde gezielt als Sport- und Reitpony für Kinder und Jugendliche gezüchtet und ist heute die klassische Turnierrasse im Ponysport, von Dressur über Springen bis zur Vielseitigkeit. Sein ausgeglichenes, lernwilliges Wesen macht es auch für ambitionierte Anfänger geeignet, es fordert aber regelmäßige Beschäftigung. In der Haltung ist es unkompliziert, sollte jedoch nicht zu energiereich gefüttert werden.
Foto: Sara Landvogt via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0F
Friese
Der Friese ist ein barockes Pferd von imposanter Erscheinung: immer rein schwarz, mit stolzer Aufrichtung, üppiger Mähne und ausgeprägtem Fesselbehang. Trotz seiner Größe ist er ausgesprochen freundlich und menschenbezogen, was ihn zu einem beliebten Freizeit-, Fahr- und Showpferd macht, auch in der barocken Dressur ist er zu Hause. Für reine Anfänger ist er wegen seiner Kraft nur bedingt geeignet. Das lange Langhaar und der Behang brauchen intensive, regelmäßige Pflege, um Verfilzungen und Hautproblemen wie Mauke vorzubeugen.
Foto: Larissa Allen via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0H
Haflinger
Der Haflinger ist ein gutmütiges, nervenstarkes Kleinpferd aus dem Alpenraum, das sich durch große Trittsicherheit im Gelände auszeichnet. Sein ausgeglichenes Wesen macht ihn zu einem verlässlichen Partner für Freizeitreiter, Familien und Anfänger, auch vor der Kutsche macht er eine gute Figur. Als leichtfuttrige Rasse neigt er bei zu üppiger Fütterung zu Übergewicht und braucht eine angepasste Ration mit viel Bewegung. Unverkennbar ist seine fuchsfarbene Fellfarbe mit der hellen, fast weißen Mähne.
Foto: Flominator via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Hannoveraner
Der Hannoveraner ist eine der bekanntesten Warmblutrassen der Welt und im Dressur- und Springsport bis in die höchsten Klassen erfolgreich. Er verbindet große Leistungsbereitschaft mit einem umgänglichen, gut rittigen Wesen und wird deshalb sowohl von Turnierreitern als auch von ambitionierten Freizeitreitern geschätzt. Als großrahmiges Sportpferd braucht er regelmäßige, abwechslungsreiche Arbeit und ausreichend Bewegung, reine Boxenhaltung wird ihm nicht gerecht. Sein moderner, harmonischer Körperbau mit raumgreifenden Gängen gilt als typisch für die Rasse.
Foto: Alain Laurioux CDDENE via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0I
Islandpferd
Das Islandpferd ist ein robustes, ausdauerndes Gangpferd mit freundlichem, aber selbstbewusstem Charakter. Berühmt ist es für den Tölt, viele Islandpferde beherrschen mit dem Rennpass sogar fünf Gangarten. Es eignet sich hervorragend für Freizeitreiter und lange Ausritte und trägt dank seines kräftigen Körperbaus auch Erwachsene problemlos. Als spätreife Rasse wird es traditionell erst mit etwa fünf Jahren eingeritten. Islandpferde gehören in eine Robusthaltung mit Herdenanschluss und ganzjährigem Auslauf, ihr dichtes Winterfell schützt sie zuverlässig.
Foto: Michael Apel via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0O
Oldenburger
Der Oldenburger ist ein großliniges deutsches Warmblut, das vom einstigen Karossier zum modernen Sportpferd weiterentwickelt wurde. Heute zählt er in Dressur und Springen zur internationalen Spitze und überzeugt durch ausdrucksstarke Bewegungen mit viel Schwung. Sein ausgeglichenes, arbeitswilliges Temperament macht ihn auch für sportlich orientierte Freizeitreiter interessant, Anfängern ist er aufgrund seiner Größe und Kraft meist zu viel Pferd. Wie alle großen Sportpferde braucht er konsequentes Training, viel freie Bewegung und eine sorgfältige Gelenk- und Hufpflege.
Foto: Clément Bucco-Lechat via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0S
Shetlandpony
Das Shetlandpony ist ein erstaunlich kräftiges, intelligentes Kleinpony mit ausgeprägtem eigenem Kopf. Es eignet sich als erstes Reitpony für kleine Kinder und als Fahrpony, ist aber kein reines Kinderspielzeug: Ohne konsequente Erziehung setzt es seinen Willen gern durch. Die auf kargen Inseln entstandene Rasse verwertet Futter extrem gut und neigt bei zu reichhaltiger Weide schnell zu Verfettung und Hufrehe, weshalb eine bewusst knappe Fütterung wichtig ist. Markant sind das üppige Langhaar und das dichte Winterfell.
Foto: Frederik De Graeve via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0T
Tinker
Der Tinker, auch Irish Cob oder Gypsy Cob genannt, wurde von fahrenden Familien in Irland und Großbritannien als kräftiges Zug- und Alltagspferd gezüchtet. Er ist ausgesprochen ruhig, nervenstark und gutmütig, was ihn zu einem idealen Pferd für Anfänger, unsichere Reiter und therapeutische Zwecke macht, auch vor der Kutsche überzeugt er. Typisch sind die auffällige Scheckung, das üppige Langhaar und der starke Kötenbehang, der konsequent gepflegt werden muss, da er zu Mauke neigt. Als leichtfuttrige Rasse braucht er eine knappe, rohfaserreiche Fütterung.
Foto: Lil Shepherd via Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Trakehner
Der Trakehner ist das edelste deutsche Warmblut und geht auf das ostpreußische Hauptgestüt Trakehnen zurück. Durch den hohen Anteil an Vollblut ist er ausdauernd, intelligent und sensibel, er reagiert fein auf Hilfen, verlangt aber einen einfühlsamen, erfahrenen Reiter. Seine Vielseitigkeit zeigt er in Dressur, Vielseitigkeit und Springen ebenso wie als anspruchsvolles Freizeitpferd. In der Haltung schätzt er feste Routinen, viel Bewegung und einen ruhigen Umgang. Markenzeichen der Rasse ist das Brandzeichen mit der doppelten Elchschaufel.
Foto: Лена via Wikimedia Commons, Public domainV
Vollblutaraber
Der Vollblutaraber gilt als eine der ältesten Reinzuchten der Welt und prägte zahllose andere Pferderassen. Er ist außergewöhnlich ausdauernd und dominiert den internationalen Distanzsport, zugleich ist er sensibel, intelligent und eng auf seine Bezugsperson fixiert. Feinfühligen Reitern schenkt er große Verlässlichkeit, grobe Hände verzeiht er dagegen schlecht. Trotz seines geringen Stockmaßes trägt er auch Erwachsene mühelos. Er ist genügsam im Futter, braucht aber viel Bewegung und Beschäftigung. Unverwechselbar sind der oft leicht konkave Hechtkopf und der hoch getragene Schweif.
Foto: OliverSeitz via Wikimedia Commons, Public domain