Wenn dein Hund auf dem Laminat hörbar klackert oder deine Katze ständig mit den Krallen im Teppich hängen bleibt, ist das mehr als ein kleines Ärgernis: Zu lange Krallen können schmerzen, das Gangbild verändern und im schlimmsten Fall einwachsen. Ein regelmäßiger Blick auf die Pfoten gehört deshalb zur Grundpflege dazu.

Woran du zu lange Krallen erkennst

Beim Hund gilt als Faustregel: Im entspannten Stand sollten die Krallen den Boden gerade eben berühren. Hörst du beim Laufen auf hartem Untergrund ein deutliches Klackern oder verändert sich das Gangbild, sind sie zu lang. Bei der Katze ragen zu lange Krallen im eingezogenen Zustand sichtbar über die Ballen hinaus — oft bleibt sie dann auch häufiger an Decken oder Kratzmöbeln hängen. Bei Kaninchen und Meerschweinchen fallen überlange Krallen auf, wenn sie sich stark biegen oder das Tier unrund läuft.

Welche Tiere besonders betroffen sind

Bei Hunden mit viel Bewegung auf festem Boden nutzen sich die Krallen oft von selbst ab — bei Stadthunden auf weichen Wegen, kleinen Rassen und älteren, weniger aktiven Tieren aber häufig nicht. Bei Senior-Katzen funktioniert die natürliche Krallenerneuerung oft nicht mehr zuverlässig. Wichtig bei Hund und Katze: Kontrolliere auch die Daumenkrallen an den Vorderpfoten und eventuelle Afterkrallen an den Hinterläufen, denn die haben nie Bodenkontakt und wachsen unbemerkt weiter. Kaninchen und Meerschweinchen in Innenhaltung brauchen besonders regelmäßige Kontrollen, weil einwachsende Krallen ihnen erhebliche Schmerzen bereiten. Bei Vögeln ist Kürzen dagegen selten nötig, wenn Naturäste mit Rinde zum Abwetzen vorhanden sind.

Warum das Kürzen oft in Profi-Hände gehört

In jeder Kralle sitzt das sogenannte „Leben" — ein durchbluteter Bereich mit Nerven, der beim Schneiden unbedingt ausgespart werden muss. Bei hellen Krallen schimmert er rosa durch, bei dunklen ist er unsichtbar. Wer hineinschneidet, verursacht starke Schmerzen und Blutungen. Tückisch dabei: Je länger die Krallen werden, desto weiter wächst das Leben mit nach vorn — dann lässt sich die richtige Länge nur schrittweise über Monate zurückgewinnen. Lass dir das Kürzen deshalb zuerst in der Tierarztpraxis zeigen, bevor du selbst zur Krallenschere greifst. Bei zappeligen Kaninchen, dunklen Krallen oder abgebrochenen, eingewachsenen und entzündeten Krallen ist die Praxis ohnehin die richtige Adresse.

Kern-Tipp

Mach die Krallenkontrolle zur festen Routine — etwa alle paar Wochen beim Kuscheln kurz die Pfoten anschauen, Daumen- und Afterkrallen nicht vergessen. Kürzen nur, wenn du die Technik sicher beherrschst; im Zweifel übernimmt das die Tierarztpraxis schnell und stressarm.

Quellen