Wasser ist das wichtigste "Futtermittel" überhaupt — und trotzdem schenken wir dem Napf oft weniger Aufmerksamkeit als dem Futter. Dabei entscheiden Menge, Frische und Sauberkeit des Trinkwassers täglich mit über die Gesundheit deines Tieres.

Wie viel Wasser braucht dein Tier?

Als Faustregel gilt: Ein erwachsener Hund braucht etwa 40 bis 60 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, bei Katzen liegt der Bedarf bei rund 50 bis 60 ml pro Kilogramm. Wichtig zu wissen: Wer Nassfutter füttert, deckt einen großen Teil davon bereits über die Mahlzeiten — dann trinkt das Tier sichtbar weniger, ohne dass etwas fehlt. Bei Trockenfutter, Hitze, viel Bewegung oder im Alter steigt der Trinkbedarf dagegen deutlich. Auch Kaninchen, Meerschweinchen und andere Kleintiere brauchen rund um die Uhr Zugang zu frischem Wasser — selbst wenn sie viel Frischfutter bekommen.

Trinkt dein Tier plötzlich auffällig viel oder fast gar nicht mehr, ist das ein Fall für die Tierarztpraxis: Dahinter können ernsthafte Erkrankungen stecken, die früh erkannt gut behandelbar sind.

Warum Frische zählt

Abgestandenes Wasser verliert schnell an Attraktivität — gerade Katzen sind hier wählerisch und trinken dann noch weniger, als sie ohnehin schon tun. Außerdem vermehren sich in stehendem Wasser Keime und Algen, besonders im Sommer. Deshalb: Wasser mindestens einmal täglich komplett wechseln, an heißen Tagen gern öfter. Die Bundestierärztekammer rät bei Hitze außerdem, ständig frisches Wasser anzubieten und es eher lauwarm bis zimmerwarm statt eiskalt zu reichen.

So bleiben Näpfe und Tränken hygienisch

Ein Wasserfilm fühlt sich sauber an, ist es aber oft nicht: Auf Napfwänden bildet sich ein schmieriger Biofilm aus Speichel und Keimen. Spüle Näpfe deshalb täglich mit heißem Wasser aus und reinige sie gründlich. Keramik- und Edelstahlnäpfe lassen sich dabei leichter sauber halten als zerkratzte Kunststoffnäpfe. Bei Kleintieren zeigt die Forschung übrigens: Kaninchen und Co. trinken lieber und in natürlicherer Haltung aus einem offenen Napf als aus der Nippeltränke — und der Napf ist auch einfacher zu reinigen. Stelle ihn erhöht und abseits der Einstreu auf, damit kein Kot oder Futter hineinfällt. Nutzt du dennoch eine Trinkflasche, gehören Röhrchen und Ecken regelmäßig mit der Bürste geputzt.

Kern-Tipp

Mach den täglichen Wasser-Check zur festen Routine: einmal am Tag Napf heiß ausspülen, frisch befüllen — und dabei kurz schauen, ob dein Tier normal trinkt. Zwei Minuten, die viel für die Gesundheit tun.

Quellen