Mundgeruch bei Hund oder Katze gilt oft als harmlos. Dabei ist er häufig das erste sichtbare Zeichen für ein Problem, das sich unter dem Zahnfleisch weiter ausbreitet.

Warum Zahnstein mehr als Mundgeruch ist

Zahnstein beginnt mit Plaque, einem klebrigen Bakterienbelag. Wird er nicht regelmäßig entfernt, verhärtet er zu Zahnstein. An dessen rauer Oberfläche haftet neuer Belag besonders leicht, und die Bakterien wandern unter den Zahnfleischrand. Daraus entsteht eine Zahnfleischentzündung und später eine Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis). Laut tierzahnärztlichen Fachquellen ist mehr als 80 % der Hunde und Katzen über sechs Jahren davon betroffen. Studien zeigen außerdem: Je schwerer die Erkrankung im Maul ist, desto häufiger finden sich auch entzündliche Veränderungen in Niere, Leber und Herzmuskel. In fortgeschrittenen Fällen müssen Zähne gezogen werden.

So gewöhnst du dein Tier ans Zähneputzen

Zähneputzen hilft am besten gegen Beläge. Ideal ist es täglich, und schon etwa 30 Sekunden bringen etwas. Am leichtesten lernt dein Tier es als Welpe oder Kitten, aber auch ältere Tiere können sich daran gewöhnen. Geh in kleinen Schritten vor:

  • Berühre regelmäßig Kopf und Lippen und belohne dein Tier dafür.
  • Massiere danach etwa eine Minute lang sanft Lippen und Zahnfleisch.
  • Berühre die Zähne dann mit etwas Tierzahnpasta auf dem Finger.
  • Später kannst du eine Fingerzahnbürste oder ein Stück Mullbinde um den Finger nehmen. Zum Schluss wechselst du auf eine Zahnbürste für Tiere.

Wichtig: Nimm keine Zahnpasta für Menschen. Sie enthält meist Fluorid, und Tiere schlucken die Paste ab. Nimm deshalb nur spezielle Zahnpasta für Tiere. Kausnacks können Beläge höchstens etwas verzögern, das Putzen ersetzen sie nicht.

Warnzeichen im Maul

Tiere fressen oft trotz Schmerzen weiter. Deshalb bemerkt man Zahnprobleme leicht nicht. Achte auf diese Anzeichen:

  • starker Mundgeruch, gelbliche Beläge, gerötetes oder blutendes Zahnfleisch
  • dein Tier kaut nur auf einer Seite, lässt Futter fallen oder lässt bestimmtes Futter liegen
  • es speichelt mehr als sonst oder nimmt ab
  • es zuckt bei Berührungen am Maul weg oder möchte dort nicht mehr gestreichelt werden
  • es zieht sich zurück, und bei Katzen lässt oft die Fellpflege nach

Wenn dir so etwas auffällt, lass dein Tier bald tierärztlich untersuchen. Nur dort lässt sich klären, was dahintersteckt.

Tierärztliche Kontrolle

Lass die Zähne mindestens einmal im Jahr kontrollieren, zum Beispiel beim Impftermin. Die Praxis entscheidet dann, ob eine professionelle Zahnreinigung nötig ist. Die gründliche Reinigung, auch unter dem Zahnfleischrand, findet in Narkose statt. Das Putzen zu Hause ersetzt diese Kontrolle nicht, aber es sorgt dafür, dass seltener eine Behandlung nötig wird.

Kern-Tipp: Kurz jeden Tag putzen ist besser als selten gründlich. Übe in kleinen Schritten mit viel Lob und lass die Zähne einmal im Jahr tierärztlich kontrollieren.

Quellen